zu Müde für noch mehr Nachrichten zur Lage in Japan

DEUTSCHE BERICHTERTATTUNGEN: In einem meiner letzten Beiträge hatte ich den Nachrichten Ticker der Tagesschau erwähnt und empfohlen, das nehme ich gleich einmal wieder zurück, denn auch hier herrschte nichts anderes als Panikmache und Hascherei von Schlagzeilen in der nur die halbe Wahrheit steht.

Beispiel: Rauch über Reaktor 2 in Fukushima

Warum wird nicht berichtet, wenn der Rauch wieder verschwunden ist? Bei allen Tickern das gleich – eine Übertreibung ohne Gleichen und das bei einem öffentlich rechtlichen Fernsehsender bzw. deren Website. Ich muss nicht extra erwähnen, dass ich schwer enttäuscht bin über diese Form von Nachricht, welche nur Panikmache ist, nicht aber auf die Tatsachen und Fakten oder Vergleiche aus sind. (Mittlerweile wurde der Nachrichten Ticker glücklicherweise eingestellt, da haben sich wohl schon zu viele Beschwert?)

Richtig ist, die Gefahr ist noch nicht gebannt. Aber selbst die Japaner sind zu müde um jede Nachricht und jede Presekonferenz zu verfolgen. Die die nichts tun können, so wie ich selbst und die meisten Japaner auch, können nur beten und hoffen – und eben ganz normal zur Arbeit gehen.

Aktuelles von gestern und heute

TRINKWASSER: Ja, das ist wirklich ein Problem geworden. Besonders hart getroffen werden Familien mit Babys und oder Kleinkindern. Denn, wer will schon seinem Nachwuchs verseuchtes Wasser anbieten, auch wenn die Menge noch so gering ist? Richtig, niemand. Und daher gehen die Hamsterkäufe leider fleißig weiter. Da schon viel Wasser abgezogen wurde um es in das Krisengebiet zu schicken, ist es derzeit nicht möglich eine Trinkflasche mit ganz normalen Wasser zu bekommen. Ähnliches gilt auch für Milch. Das werden noch harte Wochen werden.

In den Geschäften stehen überall Hinweise, das pro Person nur eine Flasche Wasser verkauft wird. Aber die Regale dazu sind leer.

KOLLEGEN: Ich arbeite in einer japanischen Firma und diese Firma hat viel mit deutschen Kunden zu tun. Daher wissen einige meiner Arbeitskollegen, das viele deutsche Staatsbürger das Land Japan recht rasch verlassen haben oder sich in den Westen von Japan begeben haben um die Situation von weitem zu begutachten. Da hat sich gestern eine Kollegin bei mir bedankt, dass ich zur Seite stehe und bleibe. Wow, das hätte ich nicht erwartet, zumal ich ja auch 3 Tage weg war.

SITUATION ALLGEMEIN: Die Stadt Tokio wirkt geradezu etwas gespenstisch, weil so viel Licht fehlt was man gewohnt war. Die Züge fahren noch immer nicht im vollen Rhythmus. Die Heizung im Zug läuft schon einige Tage nicht mehr und es ist besonders Abends auf dem nach Hause Weg richtig kalt in der Bahn. Die Stromsparmaßnahmen sieht man und fühlt man überall. Jedoch habe ich bisher keinen Japaner gehört, der sich darüber beschwert hat, das finde ich toll. Andererseits soll dieser Zustand, laut AKW Betreiberfirma TEPCO, über ein Jahr lang andauern. Was passiert dann im Sommer? Ich will es mir gar nicht vorstellen und lieber hoffen, das bald eine Lösung kommt. Andererseits, wo soll der Strom her kommen, wenn so viele Million KW an Strom täglich fehlen?

Ich bin gespannt wie gelassen die Japaner das so hinnehmen und wie deren Meinung zu Kraftwerken in Zukunft ist. Ich könnte mir vorstellen, das das eine heiße Debatte für die nächsten Jahre sein wird. Alternativen gibt es leider nicht viele, schon allein wegen der vielen möglichen Naturkatastrophen die jährlich im Land vorkommen können.

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