Buchempfehlung: Leitfaden für den Angestellten

Heute mal wieder etwas aus der Reihe „Komisches bzw. ungewöhnlich anders“. Wie ihr wisst, arbeite ich in einer japanischen Firma und darf die volle Kultur erleben. Zudem hat die Firma nur sehr wenig Erfahrungen (zumindest in der Hauptzentrale) mit Ausländer, was die Sache noch interessanter macht.

Das ganze fing damals beim Arbeitsvertrag schon an. Ich erhielt ein gefaltetes(!!) Dokument ohne Firmenbriefkopf(!!), das in knapp 3 Sätzen(!!) mein neues Arbeitsverhältnis darstellen sollte. Huu, da war ich erstmals erschrocken und bat höflich um etwas mehr Details. Das zweite Schreiben war auf ganze 5 Sätze aufgebläht. Natürlich fehlten auch da weiterhin wichtige Angaben zu den Arbeitszeiten, Urlaub, und so weiter. Erst später sollte ich erfahren, das dieser Weg in Japan, zumindest bei einer traditionellen japanischen Firma, üblich ist.

Nicht schlecht gestaunt habe ich dann über das firmeneigene Handbuch. Und jetzt geht es von dem einen Extrem in das andere. Erst habe ich so gut wie keine Details bekommen und jetzt wird in dem „Leitfaden für Angestellte“ (jap. 社員の手引き)alles auf ganzen 230 Seiten(!) sehr penibel erklärt. Angefangen von, welches Formular bei welcher Angelegenheit zu verwenden ist, bis hin „wie reiche ich ein Verbesserungsvorschlag ein“. Das Buch umfasst also die kompletten Verhaltensrichtlinien und den Verhaltenskodex der Firma. Schlägt man in dem Buch die erste Seite auf, sieht man bei mir im Gesicht ein breites Grinsen. Denn das erste was einen entgegen fliegt sind Noten und der Text zur firmeneigenen Hymne. Ja, das gibt es wirklich. Und ja, die wird mindestens einmal im Monat gemeinsam beim Meeting (als Motivation?) gesungen. Und ja, auch nach 2 Jahren habe ich nicht im geringsten den Inhalt verstanden.

P.S. Da ich die Firma, in der ich jetzt arbeite, nicht in ein (je nach Sichtweise) positives oder negatives Bild rücken möchte, habe ich den Firmennamen im Foto retuschiert. Außerdem gilt, nur weil es anders ist, muss es in einer japanischen Firma nicht gleich schlecht sein. Deshalb darf sich jeder seine eigene Meinung dazu ausmalen. Sicher, ich war am Anfang leicht verunsichert, aber eben auch nur weil der Ablauf anders war ich es als gewohnt gewesen bin.

Text:

„Leitfaden für Angestellte“(jap. 社員の手引き)und

„herauszufordern Technische Gruppe“ (jap. 挑戦する技術集団)=> Die Bedeutung der „Herausforderung“ ist mir auch noch nicht 100%ig klar.

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